Buchhandlung Belle-et-Triste: „Buch des Flusterns – ein Teppich an Geschichten und Figuren”

„Ich spielte unter dem Tisch im Hof, wenn die Alten sich Geschichten erzählten oder schöne Lieder traurigen Inhalts summten … Schickt das Kind hier weg, sagte manchmal eine der Tanten. Lass es da, sagte Großvater. Immer bleibt einer übrig, der erzählt. Vielleicht wird gerade er einmal der Erzähler sein.” Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, breitet Varujan Vosganian – das Kind von damals – einen Teppich an Geschichten und Figuren vor uns aus, wie er feiner nicht gewebt sein könnte. In Focgani, einer rumänischen Provinzstadt, scheinen sich die Wege des aus seiner Heimat vertriebenen armenischen Volkes zu kreuzen. Wir erfahren von Sahag, den seine Mutter für einen Sack Mehl an einen Araber verkaufen musste, um die Schwester vor dem Tod zu retten; von Siruni, der von den Russen nach Sibirien deportiert wurde, nachdem er von seinen eigenen Leuten der Kollaboration mit den Deutschen bezichtigt worden war, von weltweiten Kommandoaktionen der Armenier gegen die für den Genozid verantwortlichen Türken und immer wieder von Großvater Garabet, der weise die Fäden dieser so wunder- wie grausamen Saga zusammenhält.

 

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